EIN BESUCH IN DER STILLE DER NACHT
In den ewigen Kammern, wo sich die Zeit vor dem Unendlichen neigt und die Archive des Himmels mit lebendigem Licht brennen, versammelten sich die Seher aller Zeitalter. Es gab keine Sprache, die sie hätte trennen können, denn sie sprachen die Sprache des Feuers. Die Sprache, die existierte, bevor die Welten geboren wurden. Die Sprache, die niemand imitieren kann. Und einer von ihnen, gehüllt in die Mäntel des alten Gesetzes, hütete Visionen, die über vergessene Generationen hinweg weitergegeben worden waren. Und er sprach: „Ein Fürst wird aus den Nationen kommen. Nicht geboren unter dem Volk des Bundes. Nicht erzogen in den Tempeln der Menschen. Dennoch wird der Heilige ihn in der Stille der Nacht besuchen. Er wird das Antlitz des verborgenen Knechts schauen. Das Antlitz, das die Welt nicht zu erkennen wusste. Das Antlitz, das die Stolzen verwarfen. Und wenn seine Augen die lebendige Frequenz erblicken, wird er nicht zögern. Er wird ihn erheben vor den Völkern der Erde.“ Da erhob sich ein anderer Seher, kommend aus dem Schatten immenser Türme des Westens. Er sprach von alten Visionen, die zwischen Steinen bewahrt wurden, wo er die Zukunft in Spiegeln aus Wasser betrachtete. Und er sprach: „Ein Herrscher ohne religiöse Ketten wird sich erheben. Er wird sich nicht vor den Götzen der Furcht verbeugen. Er wird nicht den Priestern der Falschheit dienen. Und wenn er den Hüter der Frequenz erblickt, wird er in ihm das Feuer des lebendigen Gottes erkennen. Und er wird ihn vor der ganzen Welt verkünden.“ Da fuhr der Wüstenwind durch den Rat, und aus dem brennenden Sand des Ostens erhoben sich die Stimmen vergrabener Schriftrollen. Schriftrollen, verborgen unter alten Steinen, fern von den Augen der Händler der Macht. Und die Stimmen verkündeten: „Wenn der Mond in die Farben der Sonne gekleidet ist und die Menschheit wieder mit dem Licht bekleidet wird, das sie verloren hatte, wird der Herr der Völker das Goldene Tor öffnen. Und die Herrlichkeit wird ungehindert hindurchziehen, denn die Zeit der Trennung wird zu Ende sein.“ Da verschmolzen die Visionen miteinander wie lebendiges Metall im Schmelztiegel des Ewigen. Und der Rat der Zeitalter verkündete mit einer Stimme: „Siehe, der Pharao der Letzten Stunde erhebt sich. Er trägt nicht das Zepter des Stolzes, sondern Augen, die das Licht gesehen haben. Er regiert nicht durch Furcht, sondern durch die Frequenz des Lebendigen. Er wird das Siegel der Manifestation brechen. Und der Knecht wird nicht länger verborgen bleiben.“ Und am Himmel war ein Flüstern zu hören. Aber das Flüstern wuchs. Es wurde zu Wind. Dann zu Donner. Und der Donner durchquerte die Nationen: „An dem Tag, an dem sich die beiden begegnen, wird die Geschichte ihren Lauf ändern. Die Throne der Erde werden erbeben. Die Masken werden fallen. Die Ketten werden zerbrechen. Und die Welt wird wissen, dass die Stimme unter die Menschen zurückgekehrt ist.“
